Die Tage sind kurz, das Wetter unbeständig und die bunten Farben des Herbstes in der Natur sind verschwunden. Wir sehen Nebelgrau, Wolkenblaugrau, Regengrau, das dunkle Braungrau blätterloser Bäume, vielleicht auch Eisblumengrau oder Raureifhellgrau? Wenn wir Glück haben, erleben wir in den nächsten winterlichen Wochen auch das leuchtende Schneeweiß mit strahlend kühlem Himmelblau und einer Wintersonne in Gelbweiß oder einen vom Abendrot zart gefärbten Himmel. Bei Tauwetter gibt es von Matschgrau bis Matschbraun allerlei verschiedene Farbtöne zu entdecken.
Besonders nach der farbenfroh leuchtenden Weihnachtszeit mit bunter Bastelei, den vielen Lichtern und Sternen und kräftigen Farben, möchten wir Sie einladen, mit den Kindern auch die leisen Farbtöne zu entdecken, gemeinsam auf Spurensuche zu gehen und winterliche Spuren zu hinterlassen.
Bei Spaziergängen könnten Sie die Rinde von Bäumen anschauen, nach von Frost überzogenen Blütenresten Ausschau halten, kleine Wassertropfen auf Blättern entdecken und auch die Spuren der Tiere suchen. Da finden sich zum Beispiel kleine Erdhäufchen in der Wiese, die die Regenwürmer hinterlassen oder Fraßspuren an Pflanzen und Rinden. Wenn es schneit, gibt es mehr Gelegenheiten, Spuren zu entdecken: die Spur des Vogels, der über die Wiese gehüpft ist, die Spuren der Nachbarskatze und jede Menge Fußspuren auf den Gehsteigen. Auch die Kinder hinterlassen gerne ihre Spuren im Schnee. Vielleicht können Sie sich eine große Schüssel voll mit Schnee mit ins Haus nehmen und den Schnee gemeinsam anfühlen, formen, die Hände hineindrücken und beobachten, wie der Schnee schmilzt.
Leider ist es ja nicht so sicher, ob und wann wir Schnee erleben können. Dann wäre das Malen und Gestalten mit winterlichen Farben eine schöne alternative Idee, um mit den Kindern Spuren zu hinterlassen.
Ein winterliches „Mini – Atelier“ könnte die Kinder einladen, mit unterschiedlichen Materialien zu hantieren und zu gestalten. Bieten Sie zum Beispiel dunkle Papiere in Schwarz, Dunkelgrau oder Dunkelblau an und gestalten darauf mit winterlichen Weiß- und Grautönen. Da junge Kinder sehr körperbezogen gestalten, eignen sich größere Malflächen auf einem Tisch, einem Malbrett oder gut befestigt auf einer Staffelei. Die Kinder können dann im Stehen hantieren und ihre „Spuren“ auf den Untergründen hinterlassen. Kinder beschäftigen sich sehr gerne und intensiv mit allem, was matschig ist. Dieses „Schmieren“ der jungen Kinder als Vorstufe des Kritzelns lässt die Kinder den Zusammenhang ihrer Bewegung der Hand mit dem Entstehen einer Spur erkennen. Sie könnten neben den herkömmlichen Malutensilien auch alternative Möglichkeiten anbieten, um Spuren zu hinterlassen:
- Wie malt es sich beispielsweise mit einem kleinen Stock statt mit dem Pinsel?
- Kann man auch mit einem Tannenzapfen oder Tannenzweig malen? Welche Spur entsteht?
- Eine Kugel in weiße Farbe tauchen und in einem kleinen mit Papier ausgelegten Karton rollen lassen – auch das ergibt eine interessante Spur. Könnte ein rundlicher Tannenzapfen auch im Karton rollen?
- Wenn es mittags Rotkohl oder Wirsing gab, kann der Strunk als „Stempel“ weitergenutzt werden – in Farbe tunken und „Winterblüten“ stempeln.
- Auch mit dem Anschnitt von Fenchel oder mit der Wurzel einer Lauchstange lässt es sich gut stempeln. So können diese „Reste“ noch weiter genutzt werden, bevor sie zum Biomüll kommen. Und für die kleine Hand der Kinder sind diese kurzen Stücke gerade gut zu greifen.
- Statt Farbe könnten Sie auch Erden zum Malen verwenden – welche Brauntöne entstehen bei unterschiedlicher Erde? Dazu unterschiedliche Erde, z.B. lehmhaltige helle Erde, dunkle Walderde, gelbliche sandige Erde usw. sammeln und von Steinen bzw. Blättern befreien. Auf Zeitungspapier trocknen lassen. Die Erde jeweils fein sieben und mit etwas Wasser zu jeden Erdtyp zu einem braunen Brei anrühren. Die Erdfarben werden zum Schluss in geeignete Behälter abgefüllt und halten sich abgedeckt einige Zeit.
Begeben Sie sich gemeinsam auf Spurensuche und hinterlassen Sie kreative Spuren in der Winterzeit! Viel Freude beim Experimentieren, Kreativsein und Entdecken gemeinsam mit den Jüngsten wünscht das Team der Servicestelle Kinderbetreuung & Kindertagespflege.
Foto: Ines Faltin